Streif-Lichter

June 11, 2012 § Leave a comment

Als echter Münchner erkennen Sie diese Ecke, wo das ist, die Laternen und welche ganz besonderen Streif-Lichter in diesem Gebäude ihren angestammten Platz hatten und was davon heute und nach 2008 noch dort geblieben ist. Dieses ist eine der Aufnahmen von 2005, die entstand, als ich herum-streifte.  Ja, andere Frauen gehen einfach nur shoppen, auch in der Sendlingerstrasse…es hat da einige Schuhgeschäfte…..😉

Nun, ich war mit der Kamera unterwegs, zum “Malen mit Licht”, wie manche  das Fotografieren nennen. Eigentlich war ich darauf aus, den Alten Peter und seine Spiegelung in der Fassade der Häuser in der Sendlinger Strasse,  einzufangen. Die Entscheidung über die Verlegung der SZ und wohin diese erfolgen sollte stand bereits fest, der Umzug war noch nicht erfolgt.

Ein Umzug, den der Kandidat für das Amt des Ministerpräsidenten in Bayern und OB Christian Ude seinerzeit bei der  Abschiedsfeier der SZ nach 60 Jahren in der Sendlinger Strasse kommentierte mit

“…Eigentlich könnte ich meinen Kommentar zum Umzug ganz kurz fassen. Wer aus der Sendliger Straße, dieser 1 a -Lage nach Steinhausen , also in ein städtebauliches Wildschweingehege umzieht, muss ein ziemlicher Depp sein…”

Und ich war darauf aus, die  älteste Kirche meiner Isarmetropole am Petersbergl, den Alte Peter im Spiegel der ZEITung , gespiegelt in der Häuserfassade der Süddeutschen Zeitung / der Sendlinger Strasse ~ für eine Fotoserie „Münchner Sichten & More – Türme & Ansichten meiner Stadt“ einzufangen, zu denen auch andere “Munich Classicals” gehören, wie die Kuppeln und Türme der Münchner Frauenkirche. (Teile der Serien auch hier und dort)

Wer die Sendlinger Strasse kennt und wo das Gebäude der Süddeutschen Zeitung einerseits und der Alte Peter andererseits stehen, merkt schnell, dass es nicht so ganz einfach ist, einen Stand-Punkt in der Strasse zu finden, von dem aus man diese Spiegelung sehen kann. Und dann ist die Glasfassade dort auch nicht einfach für die Spiegelung, da sie in der Architektur durch einige Bauteile und Streben an der Fassade die Spiegelung “bricht”.

Und just, während ich zwischen den flanierenden und eilenden Fussgängern versuchte, einen guten Standort zu finden, bei dem ich den Turm des Alten Peter in der Glasfassade spiegelnd und sichtbar sehen würde, trat jemand durch das Fenster auf das Sims im Gebäude der SZ in den oberen Stockwerken. Und begann dort die Fenster zu putzen…… Kein Job für Menschen mit Höhenangst. Auch wenn das Gebäude in der Sendlinger Strasse nicht diejenige Höhe erreichte, wie das neue Verlagsgebäude der Süddeutschen Zeitung ab 2008. Das immerhin mit der eigentlich geplanten Bauhöhe einen kommunalpolitischen Streit ausgelöst hatte. Im Jahr 2004 wurde die SZ dadurch selbst Gegenstand kommunalpolitischer Auseinandersetzungen in München mit dem  Neubau der Konzernzentrale in München-Zamdorf  als Hochhaus. Gegen die städtebauliche Auswirkung dieses und weiterer Hochhäuser sperrte sich jedoch eine Bürgerinitiative um die Ex-Oberbürgermeister Georg Kronawitter und Hans-Jochen Vogel. Ein durch sie initiierter Bürgerentscheid  führte am 21. November 2004 zur  Entscheidung: Mit 50,8 Prozent der Stimmen entschieden die Münchner, dass in der Stadt kein Hochhaus höher sein darf als die Frauenkirche.  Für den Süddeutschen Verlag mussten die Planungen für die Konzernzentrale noch einmal geändert werden: Das SV-Hochhaus wurde schließlich mit einer Höhe von 99,95 Metern gebaut. Da geht sicher kein Fensterputzer mehr so auf’s Fensterbrett bei der Arbeit. Ob Höhenangst oder nicht.😉

Und so fand sich ein Motiv mehr in der Serie.  Für meine Fotoserie „Münchner Sichten & More – Türme & Ansichten meiner Stadt“

Und ein Bild, das Ihnen beispielsweise hier wieder begegnet. Wo es eben den Gedanken an Sicherheit und Risiken ebenfalls als Motiv integrierte.

Wie Sie nun nach dem Lesen hier wissen, war das nicht das Ziel, der Zweck dieses Bildes. Wo Bilder landen, ist – zumindest bei Stockagenturen und Bildern, die man als Fotograf solcher Agenturen macht – oft überraschend und immer wieder interessant. Weil man dabei auch Blickrichtung von Agenturkunden ein- und auffängt. Blickwinkel durch das Auge des (späteren) Kunden.

Was macht es, wenn Bilder manchmal gar nicht zu dem Zweck oder Thema entstanden sind? Sondern wie in diesem Fall einfach nur, weil es mir – ohne Nachzudenken – spitzbübisches Vergnügen bereitete, das einzufangen zwischen den eigentlich geplanten anderen Bildern: Die  Laterne, das Licht auf der Strasse vor jenem Arbeitsplatz rund um das Streiflicht und eben jemanden, der mit seiner Arbeit (vermutlich streifenfrei)  für den richtigen Durchblick und Klarsicht für Redakteure und Streiflicht- und andere Glossen- und Artikelverfasser der SZ sorgte.;-)

Jedes Bild hat manchmal mehr als nur eine Geschichte. Die man dahinter und darin entdecken kann…… das macht (neben dem Verkauf der Bilder, naturellement) immer einen Hauptteil des Spasses aus.

Bildquelle: Streiflichter © Liz Collet

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