Auch einfach will gelernt sein {EDEKA und die Alpenküche}

May 3, 2014 § 10 Comments

Bayerische Wiesnschmankerl © Liz Collet

Bayerische Wiesnschmankerl © Liz Collet

In den letzten Jahren hat Landküche ein völlig neues Image bekommen. Mit dazu beigetragen haben dürften dabei unter anderem auch manche Lebensmittelskandale und die Intransparenz vieler Zusatzstoffe und Zutaten von Lebensmittelprodukten, welche die Sehnsucht der Verbraucher nach natürlichen, ursprünglichen und damit auch so weit wie möglich direkt bei Erzeugern erhältlichen oder naturbelassen auf dem Weg von diesem in den Handel kommenden Lebensmitteln wecken.

Was heute als regionale Küche gepriesen und geschätzt wird, hatte unter anderem in der bayerischen oder österreichischen Küche jahrzehntelang als “Arme-Leute-Küche” keinen grossen Charme, war eher negativ besetzt. Und erhält seit geraumer Zeit neue assoziative und im Marketing gepflegte Etiketten: Bauernküche wird zu Land- und Alpenküche, wird als authentisch, natürlich, gesünder, Bioqualität u.a.m. in Bild, Text, Werbung und Marketing als DAS neue Rezept gesetzt.

Manches Mal kann ich mich eines Schmunzelns dabei nicht erwehren, wenn ich erlebe und sehe, wie nicht nur die inzwischen nächste Generation, sondern nicht selten auch diejenigen meiner eigenen Generation das als “neuesten” Trend bejubeln, was sie während gemeinsamer Kindheit und Jugend und auch danach noch lange als “langweilig”, arme-Leute-Essen, als profan, als nicht gourmettauglich und zu simpel abtaten.

Teils erst über den “Umweg” fleischlos, vegetarisch, vegan entdecken manche nun auch das wieder, was als Mehlspeisen nicht nur süsse Zähnchen verwöhnt, sondern auch in nicht nur süssen Speisen auf den Tisch gebracht werden kann und fleischlosem Lebensstil Abwechslung auf dem Speisezettel liefert. Doch was über Jahre und teils Jahrzehnte als “Dickmacher”, “Arme-Leute-Essen”, als “Bauernessen” und zu wenig chice und zu simple Küche links liegen gelassen wurde, hat bei vielen auch das Know-How einschlummern oder verloren gehen lassen im Generationswechsel und ist damit eben nicht mehr “mit links” machbar. An Clickraten und Rezeptanfragen im Blog wie in Communities spiegelt sich, dass und wie inzwischen versucht wird, dieses Wissen wieder aufzufrischen. Nicht selten auch die nostalgische Suche und Sehnsucht nach Rezepten “wie Oma” das noch zubereitet hatte. Die – und auch das wird in den letzten Jahren deutlich – auch mit solchen Rezepten noch sparsamer wirtschaften und dennoch gute Gerichte auf den Tisch bringen konnte.

Damals wie heute galt und gilt: Auch einfach will gelernt sein.

Und so ist es auch kein Wunder, dass nicht nur namhafte Verlage wie Gräfe und Unzer mit traumhaft schön gestalteten Kochbüchern mit Titel wie Alpenküche oder Landküche den Nerv der Zeit erkannt und erfasst haben, sondern auch der Handel dieses Motto längst als Thema für seine Kunden und Zielgruppen (wieder) entdeckt hat. EDEKA beispielsweise in diesem “Ernährungsspecial” zur “Alpenküche” und “traditionellen Genüssen”.

Und dass ich dabei dann – gelegentlich – wieder Schmunzeln darf, liegt dann nicht selten an Mehlspeisen, die ich seit Kindheit nicht nur liebe. Sondern auch zuzubereiten und schätzen  lernte, dass ich von denen lernen konnte, die noch verstanden, wie auch einfache Gerichte nicht nur preiswert,  einfach und mit wenigen, aber guten Zutaten zubereitet werden können. Und eben auch einfach gelernt werden können. Und das – nicht nur als Etikett, sondern als Wert und Wertschätzung im Umgang mit Lebensmitteln, deren Herstellung wie auch Weiterverarbeitung – kann man weder früh genug lernen, noch in Vergessenheit geraten lassen. So gesehen ist das Thema zu recht wieder aktuell.

Auch einfach aber will eben gelernt sein. Es macht – ich gestehe es – Vergnügen, wenn sich dann auch der Erfolg einstellt mit den einfachen Dingen. Vor allem, weil es Urgrossmüttern und Grosseltern dankend unverändert recht gibt: Gelernt ist eben gelernt. Und: Niemals sollte man eine Gelegenheit ungenutzt verstreichen lassen, zu lernen, was man von jedem, der es einen lehrt lernen oder was man sich selbst beibringen kann.

Bei mir traf das nicht nur auf vieles rund um Lebensmittel, Kochen und Backen zu, sondern auch für die Fotografie und Arbeit für Fotoagenturen, die mich über meine rechtlichen und medizinrechtlichen Vorträge  fand und die ich eigentlich nicht als berufliches Standbein oder Ziel im Auge hatte. Als Presseagenturen der Kongressveranstalter mich um Fotos meiner Vorträge baten und um Lieferung weiterer Fotos, was ich erst überhaupt nicht ernst nehmen wollte und ablehnte, mehrmals, denn man war wochenlang hartnäckig mit der Bitte wiederholt an mich herangetreten. Bis ich es müde wurde, zu erklären, warum ich meine Bilder nicht gut genug fand, dass diese Agenturen damit auch nur einen Cent verdienen würden. Und es weniger ermüdend fand, das in immer neuen Telefonaten zu erklären, als es diese Presseagenturen einfach selbst herausfinden zu lassen, indem sie eben nichts damit verdienen würden. Eine der Lektionen im Leben, wie man irren kann. Wenige Wochen darauf erhielt ich die ersten Abrechnungen über  Lizenzverkäufe. Und die Bitte, schnellstens weitere Bilder zu liefern. Da fing ich an, über eine Digitalkamera nachzudenken. Und wie ich besser fotografieren könnte. Ich fand nämlich noch immer, dass ich das gar nicht wirklich konnte. Aber ich lernte immer gern, was immer ich lernen durfte und konnte und wo sich Gelegenheit bot.

Nicht nur in jeder Küche und Backstube, in die ich privat und beruflich – auch bei vielen Reisen und beruflichen Terminen quer durch Europa – hineinschnuppern und in der ich mithelfen oder -arbeiten durfte und nicht nur  bei den Dampfnudeln nach dem Rezept meines Grossvaters und seiner Mutter, die nicht nur süss, sondern auch herzhaft und auf Kraut serviert werden.😉

Von mir nicht nur für EDEKA, sondern ………..unter anderem auch für Sie als Nutzungslizenz hier serviert – Vielleicht mögen ja auch SIE mal zugreifen? Bei diesem -oder anderen meiner Rezepte, Fotos, die ich gern auch individuell für Sie vom Rezept über Zubereitung und Foto auftischen kann.  Oder mich etwas Neues lernen lassen, indem Sie mich um ein neues Rezept, neue Fotos, Texte oder anderen Aufgaben bitten? Denn an solchen – so meine Erfahrung – und an neuen Möglichkeiten der Arbeit und Zusammenarbeit und dem, was daraus wird und werden kann, lernt man immer am allermeisten. 

Danke @ EDEKA, von denen ich unter anderem mit Fotoarbeiten für das Magazin “Mit Liebe” bereits mehrfach “mit Liebe kochend oder backend wie fotografierend”  immer wieder lernte und vielen anderen, von denen  ich ebenfalls auch immer neu und auf diese Weise hinzulernen durfte und darf.

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