Metropole an der Isar – München in anderem Lichte {1}

February 6, 2016 § 2 Comments

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Lukaskirche am Isarufer © Liz Collet

Die Kiche St. Lukas in München am Mariannenplatz und Isarufer ist eine der weniger bekannten, aber bemerkens-werteren Kirchen Münchens. Besucher und Betrachter wie sogar viele Bewohner der Stadt halten sie auf den ersten Blick allein ihres Baustils wegen wie selbstverständlich für eine der katholischen Kirchen Münchens und des Bistums. Und irren.

Denn die Kirche St. Lukas ist der dritte evangelisch-lutherische Kirchenbau in München. Sie wurde 1893–1896 nach Plänen von Albert Schmidt errichtet, als die beiden damaligen evangelisch-lutherischen Pfarrkirchen St. Matthäus und St. Markus schnell zu klein geworden waren mit dem Wachstum der Bevölkerung Münchens und damit auch der Gemeindemitglieder. Schon 1893 wurden an drei weiteren Orten in Haidhausen, Schwabing und Neuhausen evangelische Gottesdienste abgehalten.

Sie ist die einzige fast vollständig erhalten gebliebene evangelische Kirche des Historismus in München dar.

Sankt Lukas in München© Liz ColletLukaskirche am Isarufer © Liz Collet,Kiche St. Lukas in München am Isarufer, Mariannenplatz, Sakralarchitektur in München, Bayern, Sakralarchitektur,architektur,bauwerk,Bayern,brauchtum,Dämmerung,Denkmal,deutschland,Europa,evangelisch,geografie,Gewitter,gewitterstimmung,Kirche,kirchenarchitektur,kirchenkreuz,Kultur,Kunst,Kuppel,kuppelkreuz,lehel,lukaskirche,lutherisch,mariannenplatz,München,pfarrkirche,reisen,Religion,sakral,Sakralarchitektur,sehenswürdigkeit,sonnenlicht,Sonnenstrahl,st. lukas,stimmungsvoll,Glaube,Religion

Sankt Lukas in München© Liz Collet

Ihr Bau war durchaus von einigen Hürden begleitet, die schon mit der Wahl des Standortes begannen. So war sie zunächst auf der Nordspitze der Kohleninsel vorgesehen, der heutigen Museumsinsel. Das bayerische Herrscherhaus hatte jedoch Bedenkne, dass die katholische Dominanz in München gefährdet werden könnte und so erhielten nichtkatholische Konfessionen nur solche Bauplätze, auf denen die Kirchen keine stadtbildprägende Optik entfalten würden.  Damit wollte sich das Evangelisch-Lutherische Kirchenbauamt nicht abspeisen lassen und es gelang schliesslich,  Prinzregent Luitpold und die Regierung von Oberbayern zu überzeugen, dass der von beiden an sich durchaus favoriserte Entwurf Schmidts mehr Platz als auf der Kohleninsel verfügbar benötigen würde.

Das Kirchenbauamt verwies (ein wenig listig?) zudem darauf, dass ein einfacherer Bau  als der Entwurf Schmidts für die Zwecke der evangelischen Gemeinde ohnehin genüge und die Kosten anderenfalls für die evangelisch-lutherische Gemeine in München zu hoch wären. Daraufhin erhielt die evangelisch-lutherische Kirchengemeinde das rosszügige Grundstück am Marianenplatz als Förderung des Bauwerks durch die königliche Haupt- und Residenzstadt München  zur Verfügung gestellt.

Am 29. Juni 1893 wurde der Grundstein für St. Lukas gelegt, am Ersten Advent 1896 fand die Einweihung statt. Die Finanzierung des Baus kam im Wesentlichen durch Spenden und Zuwendungen aus der Kirchenumlage zustande, die man am ehesten mit dem heutigen Kirchgeld vergleichen kann.

Es heisst, dass mit der Verwendung vorreformatorischer Baustile St. Lukas in die Silhouette eines römisch-katholisch geprägten Münchens eingeordnet werden sollte, damit durch solche “urkatholische“ Bauformen, die um 1900 noch Ausdruck der Treue zum dynastischen Herrscherhaus waren,  der Eindruck eines rebellischen Luthertums vermieden werden habe sollen.

Mag sein…………mag nicht sein.

Je nachdem, von welchem Standort man sie betrachtet, vis-à-vis vom anderen Isarufer vor allem, hat sie eine Erhabenheit in ihrer Silhouette mit ihrer fast 64 m hohen Kuppel und den beiden Osttürmen über dem Fluss und an diesem gelegen, die – für meinen Geschmack – mehr Charme und Ausstrahlung entfaltet, als beispielsweise die Theatinerkirche. Letztere gibt auch beim Blick vom Eingang des Residenzgartens aus und über den Odeonsplatz neben der Feldherrnhalle kein halb so schönes Panoramamotiv für das Auge, wie die Lukaskirche. Die ihrerseits mit dem halb romanischem, teils auch bei den Bögen der Fenster gotisch angehaucht, vielleicht weniger barocke Optik der Residenzstadt wie St. Kajetan, die Theatinerkirche haben mag, aber mit ihren weniger wuchtigen, nicht so behäbigen, sondern gleichsam nach oben strebenden Kuppeln und ihrer Architektur von den Alleebäumen des Isarufers gesäumt im Morgenlicht wie auch bei Nacht ein weltläufigeres Flair und für Fotografen romantische Atmopshäre liefert, bei praktisch jeder Jahreszeit.

1976 wurde sie von der Haager Konvention in die Liste schützenswerter Kulturgüter aufgenommen.

Mehr über die Kirche St. Lukas HIER auf deren Webpräsenz.

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