Metropole an der Isar – München in anderem Lichte {5}

February 8, 2016 § 1 Comment

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Mehr als 6000 Menschen besteigen während der Wiesn den 97 m hohen Hauptturm der Paulskirche, die noch zwei Türme von je 76 m Höhe hat, der dann für Besucher geöffnet ist und von dem aus man die ganze Weite der Theresienwiese überschauen kann. Zeitrafferaufnahmen vom Aufbau der Zelte für das Oktoberfest mit der Webcam zum Countdown der jährlichen Wiesn sind ebenso bekannt, wie der Turm für die stimmungsvollen Fotos von Fotografen über die Wiesn beliebt sind.

Über der Tür zum Treppenturm hängt ein Bildnis eines Mannes mit Mütze, starrem Blick und Schnauzbart, das den Architekten Hauberrisser zeigen soll, doch ist das nicht eindeutig belegt.

St. Paul (bei Münchnern Paulskirche genannt), ist die erste Pfarrkirche des Stadtteils Ludwigvorstadt. Ende des 19. Jahrhunderts war München rasant gewachsen und so waren – wie bereits hier bei der Lukaskirche beschrieben – neue Pfarrkirchen nötig. Die katholische Paulskirche wurde nach Plänen von Georg Ritter von Hauberrisser, der auch das Neue Rathaus am Marienplatz plante, zwischen 1892 und 1906 im neugotischen Stil realisiert. Mit seinem 97 Meter hohem Hauptturm zählt die Paulskirche nahe der Theresienwiese nicht nur zu den höchsten, sondern auch zu den mächtigsten Sakralbauten in München. Die als Balustrade angelegte umlaufende Aussichtsplattform am Hauptturm zieht während des Frühlings- und Oktoberfests zahlreiche Menschen an.

In Ausrichtung und Fassade der Kirche drückt sich das erwachende bürgerliche Selbstbewusstsein des ausgehenden 19. Jahrhunderts aus. Der zu dieser Zeit eigentlich dominante Gestaltungsstil für Sakralbauten war die Neuromanik, in der man eine Reminiszenz an die römisch-deutsche Kaiserzeit des Mittelalters sah. So drückte sich in diesem Baustil eine Treue zur Monarchie aus.
Ihr steht die Neogotik St. Pauls entgegen, die der Architekt von Hauberrisser in Kontinuität der Blüte Münchens und seiner Bürger in der Gotik verstand.
Damit bettete sich die Kirche bestens in ihre Nachbarschaft ein, die durch bürgerliche Villen geprägt war. Eine Besonderheit ist der östlich versetzte Turm. Hauberrisser hielt sich an die damals der Kirche vorgesehene Orientierung christlicher Bauten in Richtung Sonnenaufgang und Jerusalem.

Die Grundsteinlegung erfolgte 1892 durch Erzbischof Antonius von Thoma und 1906 feierte die Kirche Eröffnung. Ursprünglich war ihr Innenraum nahezu mystisch und reich geschmückt. Das Prunkstück war ein Hochaltar auf schlanken Säulen mit einem 11 Meter hohen Steinbaldachin.

Als die Paulskirche nach der Zerstörung auch vieler Teile ihrer Ausstattung in den 1950er Jahren renoviert wurde, erhielt der Innenraum eine schlichtere Gestaltung.

Die ursprüngliche Glocke von 1901 wurde 1958 durch fünf weitere Klangkörper erweitert. Sie ist heute eines der tontiefsten Geläute Münchens.

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Paulskirche im Abendlicht © Liz Collet

Heute braucht die Paulskirche wieder Sanierungsarbeiten und dazu auch Spenden, um ein undichtes Dach, morsches Gebälk und zum Teil brüchige sakrale Kunstwerke zu reparieren. Zu diesem Zweck wurde vom Pastoralreferenten Ulrich Schäfer eine „Baupatenschaft“ initiiert: Spender, die finanzielle Unterstützung leisten, werden dafür entsprechend der Höhe der geleisteten Finanzspritze “belohnt”. Insgesamt werden 6,3 Millionen Euro für eine Sanierung benötigt (die Zusammensetzung und Kostenträger sehen Sie hier), die Verantwortlichen haben sich eine Frist bis 2017 gesetzt.

Besonders großzügige Münchner oder Touristen, die 10.000 Euro oder mehr geben, werden als Premium-Paten auf einer Tafel am Eingang von St. Paul verewigt. Bereits ab 100 Euro wird der Name des Spenders auf einer der 252 Stufen der Turmwendeltreppe geschrieben. Für 1000 Euro wird man Pate eines Wasserspeiers.

 Traurige Berühmtheit erfuhr die Paulskirche mit dem Absturz des amerikanischen Militärflugzeuges, das wegen eines Motorschadens am 17. Dezember 1960 die Spitze des 97 m hohen Hauptturms streifte und auf eine Trambahn herabstürzte. Im dichten Nebel über München übersehen die Piloten die 97 Meter hohe Sankt-Paulskirche am Rande der Theresienwiese. Ein Teil der linken Tragfläche bricht ab, Sekunden später stürzt das Flugzeug fast senkrecht auf die belebte Kreuzung Bayer-/Martin-Greif-Straße. Der linke Motor wird gegen einen Wagen der Straßenbahnlinie 10 geschleudert, auslaufender Treibstoff entzündet sich an den abgerissenen Oberleitungen, alles steht schlagartig in Flammen. Alle Passagiere des Flugzeugs sterben, Fußgänger werden von den Trümmern erschlagen, und auch die Menschen in der Straßenbahn haben keine Chance. Nur vier Menschen kommen lebend aus dem Wagen – aber auch sie sterben später im Krankenhaus an ihren Brandwunden. Die Feuerwehr kann die brennenden Trümmer und ein angrenzendes Reifenlager schnell löschen, was aber nichts an der fürchterlichen Bilanz der Katastrophe ändert: 52 Menschen sind gestorben, 25 werden verletzt. An der Unfallstelle drängten sich schnell Hunderte Schaulustige – sie müssen von der Polizei teilweise mit Gewalt zurückgedrängt werden.

Die Tragödie fachte seinerzeit die Diskussionen um einen neuen Flughafen außerhalb der Stadt an. Allerdings sollte es noch bis 1992 dauern, bevor das Vorhaben mit dem Flughafen im Erdinger Moos umgesetzt werden konnte. Vorher wurde ein neues Anflugverfahren, das den Stadtkern umging, 1962 ins Leben gerufen.

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